Rohrreinigung bei Kunststoffrohren – was beachten?
Thomas M.2026-02-196 Min. Lesezeit
Kurz gesagt
Rohrreinigung bei Kunststoffrohren erfordert Vorsicht an drei Stellen: Erstens Chemie vermeiden – aggressive Laugen können das Material verspröden oder schmelzen. Zweitens kein kochendes Wasser – sehr heißes Wasser von 60 bis 80 Grad reicht und schont PVC. Drittens die richtige Spirale – 6 Millimeter Durchmesser ist schonend, 9 Millimeter kann dünnwandige Siphons verbiegen. Hausmittel, Pümpel und Rohrreinigungspumpe sind mechanische Alternativen ohne Risiko für Kunststoff. Wer diese Regeln beachtet, reinigt seinen Abfluss effektiv und schont die Rohre. Der umfassende Überblick steht im Leitfaden Rohrreinigung.

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Angebot ansehenWarum Kunststoffrohre anders behandeln?
Kunststoffrohre haben Eigenschaften, die sie von Metallrohren unterscheiden – und die beeinflussen, wie du sie reinigen solltest. Glatte Innenflächen sind ein Vorteil: PVC und PP haben keine raue Oberfläche wie Gusseisen oder Stahl. Ablagerungen setzen sich weniger fest, und Verstopfungen entstehen seltener als in alten Metallleitungen.
Empfindlichkeit gegen Hitze und Chemie ist der entscheidende Unterschied. Kunststoff reagiert auf hohe Temperaturen: Kochendes Wasser kann PVC weich machen und verformen. Chemische Rohrreiniger entwickeln bei der Reaktion mit Verstopfungen starke Hitze – diese Hitze kann Kunststoff verspröden oder zum Schmelzen bringen. Dünnwandige Siphons aus Kunststoff sind anfällig für mechanische Überlastung. Wenn du eine zu dicke Spirale verwendest oder mit Gewalt drückst, kann der U-Bogen knicken oder platzen. Die Unterschiede zwischen Kunststoff und Altbau erklären wir weiter unten im Detail.
Chemie vermeiden – warum bei Kunststoff besonders wichtig
Chemische Rohrreiniger aus dem Supermarkt sind bei Kunststoffrohren riskanter als bei Metall. Hitzeentwicklung ist das Hauptproblem: Die meisten chemischen Rohrreiniger basieren auf Natronlauge oder Ätznatron. Wenn sie mit Wasser und Verstopfungsmaterial reagieren, entsteht Wärme – teils sehr viel. Bei Metallrohren wird die Hitze gut abgeleitet; bei Kunststoff bleibt sie im Material. PVC und PP können bei zu hoher Temperatur weich werden, sich verformen oder verspröden.
Falsche Dosierung verschärft das Problem. Wenn zu wenig Wasser im Rohr ist, kann die Chemie nicht richtig abfließen. Sie verklumpt, verhärtet sich und blockiert den Abfluss zusätzlich. Die DIN 1986-100 sieht chemische Mittel nur als Ausnahme vor; die Norm empfiehlt, Verstopfungen vorzugsweise mechanisch zu beseitigen. Die Alternative ist klar: Hausmittel, Pümpel, Rohrreinigungspumpe und Spirale arbeiten ohne aggressive Chemie. Mehr zu den Risiken chemischer Rohrreiniger.
Hausmittel – mit Temperatur-Vorsicht
Hausmittel eignen sich gut für die Rohrreinigung bei Kunststoffrohren – wenn du die Temperatur beachtest. Natron und Essig sind die klassische Kombination. Gib drei bis vier Esslöffel Natron in den Abfluss, gefolgt von einer halben Tasse Essig. Die Mischung schäumt auf und löst Fett sowie Biofilm. Beim Nachspülen solltest du kein kochendes Wasser verwenden – sehr heißes Wasser von 60 bis 80 Grad reicht vollkommen. Kochendes Wasser kann PVC verformen.
Heißes Wasser allein hilft bei weichen Seifenresten und flüssigem Fett. Erhitze einen Liter Wasser auf 60 bis 80 Grad – nicht bis zum Kochen – und gieße ihn portionsweise in den Abfluss. Bei Fett in der Küche kann Spülmittel mit heißem Wasser die Oberflächenspannung reduzieren. Mehr zu Hausmitteln gegen verstopfte Rohre.
Pümpel und Rohrreinigungspumpe – schonend für Kunststoff
Pümpel und Rohrreinigungspumpe arbeiten mechanisch – sie brauchen keine Chemie und sind für Kunststoffrohre gut geeignet. Der Pümpel erzeugt einen Wechsel von Unter- und Überdruck. Du setzt ihn auf den Abfluss, dichtest bei Waschbecken und Badewanne den Überlauf ab und pumpst. Für Kunststoffrohre ist der Pümpel unkritisch – er übt keinen punktuellen Druck auf die Rohrwände aus.
Die Rohrreinigungspumpe funktioniert ähnlich, erzeugt aber mehr Kraft. Für Kunststoffrohre gilt: Gleichmäßig pumpen, nicht mit maximaler Wucht. Bei alten oder dünnwandigen Leitungen kann zu viel Druck Anschlüsse lockern oder Rohre beschädigen. Die Anleitung zur Rohrreinigungspumpe erklärt die Schritte im Detail.
Spirale bei Kunststoffrohren – Durchmesser und Technik
Die Rohrreinigungsspirale ist die mechanischste Methode – und bei richtiger Anwendung schonend für Kunststoff. Für Kunststoffrohre und besonders für dünnwandige Siphons aus Kunststoff solltest du eine Spirale mit 6 Millimeter Kabeldurchmesser verwenden. Sie ist flexibel genug, um durch den U-Bogen des Siphons zu gleiten, und übt keinen zu hohen Druck auf die Rohrwände aus. Eine 9-Millimeter-Spirale kann dünnwandige Kunststoff-Siphons verbiegen oder von innen verkratzen. Der passende Durchmesser entscheidet mit über den Erfolg.
Führe die Spitze langsam in den Abfluss ein, bis du leichten Widerstand spürst. Drehe die Kurbel im Uhrzeigersinn – Haare wickeln sich in die Feder ein, der Pfropf lockert sich. Gegen den Uhrzeigersinn zu drehen lockert die Spirale und kann die Spitze verkanten. Übe nur geringen Vorschubdruck aus – die Spirale arbeitet durch Rotation, nicht durch Gewalt. Die detaillierte Anleitung Rohrreinigung mit Spirale erklärt die Technik Schritt für Schritt.
Fehler vermeiden bei Kunststoffrohren
Vier Fehler führen besonders oft dazu, dass Kunststoffrohre bei der Rohrreinigung Schaden nehmen. Erstens: Chemie einsetzen – chemische Rohrreiniger können Kunststoff verspröden oder schmelzen. Zweitens: Kochendes Wasser – 100 Grad Celsius können PVC verformen. Drittens: Spirale mit Gewalt oder zu dicke Spirale – mit Gewalt zu drücken kann dünnwandige Siphons knicken. Viertens: Gegen den Uhrzeigersinn drehen – die Spirale lockert sich, die Spitze verkantet. Mehr zu den typischen Fehlern bei der Rohrreinigung.
Kunststoff vs. Altbau – der Unterschied
Kunststoffrohre und Altbau-Rohre aus Guss, Blei oder Stahl erfordern unterschiedliche Vorsicht. Kunststoffrohre haben glatte Innenflächen, neigen weniger zu Ablagerungen und sind korrosionsfrei. Sie sind aber empfindlich gegen Chemie, Hitze und mechanische Überlastung. Altbau-Rohre aus Gusseisen, Blei oder Stahl sind oft brüchiger. Sie können bei zu viel Druck Risse bilden oder undicht werden. Der Leitfaden Rohrreinigung im Altbau erklärt die Besonderheiten alter Leitungen. Die Entscheidung DIY oder Profi hilft bei der Einschätzung.

Autor
Thomas M.
Gelernter Installateur mit Schwerpunkt Rohrreinigung. Im Meisterfaktur-Blog teile ich, was ich in der Praxis gelernt habe: wie du Verstopfungen selbst löst, welche Kosten fair sind und woran du unseriöse Anbieter erkennst. Der Fachshop für Spiralen und Rohrpumpen – ehrlicher Rat statt Werbeguide.
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