Rohrreinigung Fehler vermeiden: Spirale, Pumpe & Chemie richtig nutzen
Thomas M.2026-02-1910 Min. Lesezeit
Kurz gesagt
Die häufigsten Fehler bei der Rohrreinigung lassen sich in drei Kategorien einteilen: Bei der Spirale drehen viele gegen den Uhrzeigersinn, drücken mit Gewalt oder vergessen, den Siphon zu demontieren – das führt zu Verkantung und Rohrschäden. Bei der Rohrreinigungspumpe ist der Überlauf oft nicht abgedichtet, sodass der Druck verpufft, oder es wird zu stark gepumpt und alte Rohre leiden. Bei chemischen Reinigern sind Überdosierung, Mischung mit Essig und Einsatz bei Kunststoffrohren die größten Risiken. Wer vor dem Einsatz Handschuhe und Schutzbrille anlegt, die richtige Technik beachtet und bei Unsicherheit den Profi ruft, vermeidet die meisten Schäden. Der umfassende Überblick steht im Leitfaden Rohrreinigung.

Rohrreinigungspumpe
Angebot ansehenWarum Fehler bei der Rohrreinigung teuer werden können
Eine DIY-Rohrreinigung kann schnell teuer werden, wenn du die Grenzen der Werkzeuge nicht kennst. Die Rohrreinigungsspirale ist ein flexibles Metallkabel, das sich bei falscher Handhabung im Rohr verhakt – ziehst du dann mit Kraft, können Rohre von Anschlüssen abreißen oder undicht werden. Die Rohrreinigungspumpe erzeugt hohen Druck: Bei alten oder dünnwandigen Rohren können Anschlüsse herausgedrückt oder Rohre auseinandergerissen werden. Chemische Rohrreiniger bergen eigene Risiken – von Hautverätzungen über Chlorgas bei falscher Mischung bis hin zu verformten Kunststoffrohren.
Die DIN 1986-100 empfiehlt für Verstopfungen vorrangig mechanische Verfahren; chemische Mittel sind nur als Ausnahme vorgesehen. Das bedeutet: Spirale und Pumpe sind die richtige Wahl – aber nur, wenn du sie korrekt anwendest. In der Praxis passieren die meisten Schäden nicht durch die Werkzeuge selbst, sondern durch unsachgemäße Nutzung. Wer die typischen Fehler kennt, kann sie vermeiden und spart sich Klempnerkosten, die schnell in den dreistelligen Bereich gehen können.
Fehler bei der Rohrreinigungsspirale
Die Rohrreinigungsspirale ist ein effektives Werkzeug – aber die größten Gefahren entstehen durch unsachgemäße Anwendung. Erstens: Gegen den Uhrzeigersinn drehen. Die Spirale ist als Feder aufgewunden. Drehst du gegen den Uhrzeigersinn, lockert sich die Wicklung, die Spitze verkantet oder der Aufsatz löst sich. Im Uhrzeigersinn bleibt die Feder straff, Haare wickeln sich zuverlässig ein und du ziehst den Pfropf kontrolliert heraus. Diese Regel gilt sowohl beim Einführen als auch beim Herausziehen.
Zweitens: Mit Gewalt drücken oder ziehen. Dünnwandige Siphons aus Kunststoff oder verchromtem Blech können knicken oder platzen. Die Spirale arbeitet durch Rotation – sie braucht keinen hohen Anpressdruck. Langsam einführen, behutsam kurbeln, und die Spirale arbeitet sich selbst vor. Ziehst du mit Kraft an einer verhakten Spirale, riskierst du, dass Rohre von Anschlüssen abreißen. Drittens: Den Siphon nicht demontieren. Die Spirale kann sich in den U-förmigen Rohrbögen des Siphons verkanten – besonders bei Waschbecken und Küchenspüle. Wenn möglich, demontiere den Siphon und führe die Spirale direkt ins verstopfte Rohr ein. Die Siphon-Reinigung mit Spirale erklärt die Technik für Bad und Küche im Detail.
Viertens: Die Bürste zum Durchbohren benutzen. Die Borsten spreizen beim Bohren, das Kabel verhakt sich. Die Bürste dient ausschließlich dazu, nach der Räumung Biofilm von den Rohrwänden zu schrubben. Erst mit offener Spitze oder Bohrspitze den Pfropf lösen, danach optional die Bürste aufsetzen. Fünftens: Keine Schutzausrüstung. Trage immer Schutzhandschuhe und eine Schutzbrille. Schmutz und Spritzwasser können beim Bearbeiten entstehen – und wenn du zuvor chemische Rohrreiniger eingesetzt hast, können Laugenreste ätzend spritzen. Sechstens: Spirale festgefahren – mit Gewalt ziehen. Wenn die Spirale sich verhakt hat, nicht mit Kraft ziehen. Bewege sie vorsichtig vor und zurück, während du weiter im Uhrzeigersinn kurbelst. Manchmal löst sich die Verkantung so. Die Rohrreinigung mit Spirale erklärt die richtige Technik Schritt für Schritt.
Fehler bei der Rohrreinigungspumpe
Die Rohrreinigungspumpe arbeitet nach dem Saug-Druck-Prinzip und erzeugt mehr Kraft als ein Pümpel. Das macht sie effektiv – aber auch riskant, wenn du vier typische Fehler begehst. Erstens: Den Überlauf nicht abdichten. Ohne abdichtenden Überlauf zieht die Abflussleitung sogenannte Falschluft – der Druck, den die Pumpe aufbaut, entweicht durch die zweite Öffnung und verpufft. Die Verstopfung bleibt unberührt. Ein feuchter Lappen oder Klebeband über dem Überlauf sorgt dafür, dass sich in der Rohrleitung ein wirksamer Druck aufbauen kann. Dieser Schritt ist bei Waschbecken und Badewannen mit Überlauf zwingend.
Zweitens: Zu viel Druck. Bei alten oder dünnwandigen Rohren kann zu viel Druck Anschlüsse lockern oder Rohre beschädigen. Die Rohrreinigungspumpe erzeugt deutlich mehr Kraft als ein Pümpel – pumpe deshalb gleichmäßig und nicht mit maximaler Wucht. Drittens: Falscher Adapter. Die meisten Rohrreinigungspumpen werden mit mehreren Gummiadaptern geliefert. Ein kürzerer Adapter passt zu Waschbecken und Badewanne, ein längerer zur Toilette. Setzt du den falschen Adapter auf, schließt der Gummifuß den Abfluss nicht dicht ab – Luft entweicht, der Druck baut sich nicht auf. Viertens: Druckluftwerkzeuge bei alten Rohren bergen größere Risiken. Die Rohrreinigung mit Rohrreinigungspumpe erklärt die richtige Anwendung im Detail.
Fehler bei chemischen Rohrreinigern
Chemische Rohrreiniger sind in vielen Haushalten noch verbreitet – aber sie bergen Risiken, die oft unterschätzt werden. Erstens: Überdosierung. Viele Nutzer schütten mehr Granulat in den Abfluss, als nötig wäre – in der Hoffnung, dass es schneller wirkt. Das Gegenteil passiert: Unverbrauchtes Granulat kristallisiert und bildet einen betonharten Pfropf. Das Rohr ist dann vollständig verriegelt – schlimmer als die ursprüngliche Verstopfung. Die Dosierung der Packungsbeilage strikt einhalten.
Zweitens: Mischung mit Essig oder WC-Reiniger. Das Mischen von chemischen Reinigern mit sauren Produkten erzeugt hochgiftiges Chlorgas. Bereits kleine Mengen können zu schweren Lungenschäden führen. Nie verschiedene Abflussreiniger kombinieren, nie Essig oder Zitronensäure nach einem chemischen Reiniger in den Abfluss gießen. Drittens: Einsatz bei Kunststoffrohren. Aggressive Laugen können Kunststoffrohre verformen oder Dichtungen schmelzen. Die DIN 1986-100 empfiehlt für Verstopfungen vorrangig mechanische Verfahren. Mehr zu den Risiken chemischer Rohrreiniger und sicheren Alternativen.
Besondere Vorsicht: Alte Rohre und Kunststoff
Bei Altbauten und bei Kunststoffrohren gelten zusätzliche Regeln. Alte Leitungen aus Gusseisen, Blei oder verzinktem Stahl haben über Jahrzehnte Verschleiß erlitten – Korrosion, Ablagerungen und Materialermüdung machen sie anfälliger. Wer hier mit zu viel Druck oder der falschen Spirale arbeitet, riskiert Rohrbruch oder Undichtigkeiten. Chemische Rohrreiniger sind im Altbau besonders gefährlich: Salzsäurehaltige Mittel zersetzen Bleirohre und setzen gesundheitsschädliche Stoffe frei. Die Rohrreinigung im Altbau erklärt die Besonderheiten im Detail.
Bei Kunststoffrohren – typisch in Neubauten – solltest du die Spirale nicht zu aggressiv einsetzen. Eine 6-Millimeter-Spirale ist schonender als eine 9-Millimeter-Spirale für den Siphon. Chemische Rohrreiniger können die Rohre verformen oder Dichtungen angreifen.
Checkliste: Vor dem Einsatz
Bevor du Spirale, Pumpe oder Chemie einsetzt, solltest du ein paar Punkte prüfen. Bei der Spirale: Handschuhe und Schutzbrille anlegen, Siphon prüfen – kann ich ihn demontieren? –, und die Uhrzeigersinn-Regel im Kopf behalten. Führe die Spirale langsam ein, kurble rhythmisch, übe keinen hohen Druck aus. Bei der Pumpe: Überlauf abdichten mit feuchtem Lappen oder Klebeband, den passenden Adapter wählen, gleichmäßig pumpen – nicht mit maximaler Wucht. Nach dem Einsatz reichlich Wasser durchlaufen lassen. Bei chemischen Reinigern: Nur wenn wirklich nötig, und dann die Dosierung der Packungsbeilage strikt einhalten. Nie mit anderen Reinigern oder Essig mischen. Bei Kunststoffrohren und im Altbau besser auf Chemie verzichten.
Wann lieber den Profi rufen?
Manche Situationen erfordern professionelle Hilfe. Rufe einen Klempner oder Rohrreinigungsdienst, wenn die Rohre alt sind und du den Zustand nicht kennst – eine unsachgemäß bediente Spirale oder zu starker Pumpendruck kann bei solchen Leitungen teure Schäden verursachen. Auch wenn die Spirale festgefahren ist und du sie nicht selbst lösen kannst, ist der Profi die richtige Wahl. Er arbeitet mit Kamera und Spezialwerkzeug und kann die Spirale bergen oder den Rohrverlauf prüfen.
Weitere Gründe für den Profi: Die Verstopfung kehrt immer wieder – das deutet auf eine tiefere Blockade oder ein strukturelles Problem hin. Kalk oder Urinstein, die die Spirale nicht durchbohren kann. Undichtigkeiten oder Korrosion, die du beim Reinigen bemerkst. Bei Unsicherheit ist professionelle Hilfe die sinnvollere Wahl. Mehr zur Entscheidung DIY oder Profi und wann Klempner rufen.

Autor
Thomas M.
Gelernter Installateur mit Schwerpunkt Rohrreinigung. Im Meisterfaktur-Blog teile ich, was ich in der Praxis gelernt habe: wie du Verstopfungen selbst löst, welche Kosten fair sind und woran du unseriöse Anbieter erkennst. Der Fachshop für Spiralen und Rohrpumpen – ehrlicher Rat statt Werbeguide.

