Rohrreinigungsspirale Durchmesser: Den passenden bestimmen – warum Millimeter zählen
Thomas M.2026-02-176 Min. Lesezeit
Viele Heimwerker konzentrieren sich bei der Wahl ihrer Rohrreinigungsspirale ausschließlich auf die Länge. Doch der Durchmesser von Kabel und Werkzeug entscheidet mindestens genauso stark darüber, ob sich eine Verstopfung mühelos löst oder die Spirale schon im ersten Rohrbogen klemmt. Wer den passenden Durchmesser einer Rohrreinigungsspirale bestimmen kann, vermeidet Verhakungen, schont die Rohre und löst Blockaden mechanisch – ohne riskante Chemie. Der Überblick über alle Werkzeuge steht im Leitfaden Rohrreinigungswerkzeuge.

Rohrreinigungsspirale XR11
Angebot ansehenKurz gesagt
Der Durchmesser einer Rohrreinigungsspirale setzt sich aus zwei Größen zusammen: dem Kabel und dem Werkzeug an der Spitze. Das Werkzeug sollte 10 bis 20 Millimeter kleiner sein als der Innendurchmesser des Rohres, damit es sich frei drehen kann. Für typische Haushaltsrohre mit DN 50 (etwa 47 Millimeter Innendurchmesser) haben sich 6-Millimeter- und 9-Millimeter-Spiralen etabliert. Im Außenbereich und in Fallrohren braucht es dagegen 10 bis 13 Millimeter. Eine zu dicke Spirale verhakt sich in Bögen, eine zu dünne verdrillt sich und bricht.
Zwei Größen spielen zusammen: Kabel und Werkzeug
An der Vorderseite jeder professionellen Spirale sitzt ein Werkzeug: mal eine einfache Spiralspitze, mal ein Keulen-, Blatt- oder Kreuzblattbohrer. Dieses Werkzeug ist stets etwas dicker als das Kabel selbst. Damit es sich frei drehen kann, braucht es im Rohr einen Sicherheitsabstand von ungefähr einem Zentimeter rundherum. Daraus ergibt sich die wichtigste Regel: Das Werkzeug sollte zehn bis zwanzig Millimeter kleiner sein als der Innendurchmesser des Rohres.
Erst wenn dieses Maß stimmt, wählst du den Kabeldurchmesser so, dass die Spirale weder schlapp durchhängt noch im Bogen stehen bleibt. Ein zu dünnes Kabel federt bei Druck nach und überträgt kaum Kraft; ein zu dickes Kabel verhakt sich in engen Kurven. In der Praxis bedeutet das für ein typisches DN-50-Rohr mit etwa 47 Millimetern Innendurchmesser: Ein Werkzeug mit 25 bis 30 Millimetern Durchmesser passt mit ausreichend Spielraum. Dafür eignet sich eine 9-Millimeter-Spirale. Willst du durch engere Bögen oder Siphons fahren, wählst du ein kleineres Werkzeug von 15 bis 20 Millimetern – dazu passt eine 6-Millimeter-Spirale. Die richtige Länge hängt zusätzlich vom konkreten Rohrweg ab.
Warum zu dicke Spiralen mehr schaden als nützen
Viele denken: Lieber nehme ich ein kräftiges Kabel, dann habe ich mehr Power. In engen Hausrohren ist das Gegenteil der Fall. Ein zu dicker Federdraht verhakt sich in jedem 90-Grad-Bogen, zerkratzt Kunststoffleitungen und überträgt kaum Vorschubkraft, weil er schon vor dem Pfropf festliegt. Umgekehrt verdrillt sich ein zu dünnes Kabel auf längeren Strecken, schlägt Wellen und bricht im Extremfall ab. Die richtige Dimension ist also ein Balanceakt zwischen Stabilität und Flexibilität.
Bei Verkantung niemals mit Gewalt ziehen. Langsam in die Gegenrichtung drehen und vorsichtig zurückziehen. Ziehen unter Last kann Rohre beschädigen und die Spirale weiter verkeilen. Die richtige Benutzung einer Rohrreinigungsspirale vermeidet solche Situationen.
Innenbereich: Welche Spiral- und Werkzeuggrößen funktionieren?
In deutschen Haushalten dominiert das DN-50-HT-Rohr – der Innendurchmesser liegt bei etwa 47 Millimetern. Die 6-Millimeter-Spirale mit 15 bis 20 Millimeter Kopf schlängelt sich mühelos durch Siphons und mehrere Wandbögen. Sie ist ideal zum Entfernen von Haarmatten oder Seifenfett, solange die Pfropftiefe unter drei Metern bleibt. Die 9-Millimeter-Spirale mit 25 bis 30 Millimeter Kopf bietet genug Steifigkeit, wenn die Blockade hinter dem ersten Rohrknick sitzt. Bei festeren Pfropfen überträgt sie deutlich mehr Vorschubkraft als die 6-Millimeter-Variante.
Für besonders beengte Leitungen – zum Beispiel Bidet- oder Seniorenwaschtischanschlüsse mit DN 32 bis DN 40 – empfehlen Fachbetriebe eine reine Siphonspirale. Sie besitzt lediglich eine auslaufende Spiralspitze und verzichtet bewusst auf dicke Aufsätze. Durch ihren 6-Millimeter-Draht lässt sie sich in jedem 180-Grad-U-Bogen drehen. Wer eine Rohrreinigungsspirale für die Küche sucht, findet dort die passenden Dimensionen für Spüle und Abfluss.
Außenleitungen verlangen größere Durchmesser
Sobald das Rohr hinter der Kellerwand verschwindet oder als Regen- und Drainageleitung im Garten verläuft, wächst der Innenquerschnitt auf 70 bis 100 Millimeter. In so weiten Rohren hüpft ein dünnes 6-Millimeter-Kabel wie ein lockerer Gartenschlauch: Es findet keinen Halt am Pfropf, verdrillt sich und überträgt kaum Drehmoment. In dieser Umgebung führt erst eine Spirale von mindestens zehn, besser zwölf bis dreizehn Millimetern Durchmesser das Werkzeug sicher zum Hindernis. Ein Dreizink-Greifer holt Laubklumpen aus der Regenrinne, während ein Keulen- oder Blattbohrer verfestigte Fettkragen aus der Hofleitung löst.
Modulare Strategie statt one size fits all
Keine einzelne Spiralengröße löst jede Aufgabe. Im Wohnbereich reicht in der Regel eine 6-Millimeter-Spirale – ideal für Waschbecken, Küchenspüle, Dusche und Badewanne. Sitzt die Verstopfung tiefer im Fallstrang oder sogar im Garten, übernimmt ein Trommelgerät mit 9 bis 13 Millimeter Kabel samt passender Bohr- und Fräsköpfe. Dieses Zwei-Stufen-Konzept erspart im Haus das unhandliche Manövrieren dicker Leitungen – und verhindert umgekehrt den Frust, wenn eine Minispirale einen weit entfernten Pfropf nicht einmal ankratzt. Das Rohrreinigungsgerät mit Trommelmagazin nimmt die Spirale auf und schont Boden sowie Möbel.
Erkennungszeichen für einen richtig gewählten Durchmesser
Schon beim Einführen zeigt die Spirale, ob sie passt. Gleitet das Kabel ohne zu haken durch den ersten Bogen, liefert gleichzeitig spürbaren Vortrieb und lässt sich unter leichtem Zug wieder herausdrehen, dann stimmt das Verhältnis von Flexibilität zu Stabilität. Verkantet sich dagegen schon das Werkzeug am Beginn des Siphons, ist es zu wuchtig. Schwimmt das Kabel minutenlang im Rohr, ohne Widerstand zu übertragen, ist es zu dünn. Der ideale Durchmesser fühlt sich an, als würde man einen gut passenden Bohrer durch Holz drücken: spürbares Feedback, aber kein brutaler Kraftaufwand.
Fazit
Die Wahl des Spiral- und Werkzeugdurchmessers folgt einer einfachen Logik: Er muss groß genug sein, um Kraft zu übertragen, aber klein genug, um alle Bögen sicher zu passieren. Im Bad bedeutet das meist sechs oder neun Millimeter Spiraldurchmesser. Im Außenbereich und in Fallrohren braucht es dagegen oft 10 bis 13 Millimeter Spirale. Wer diese Regeln beachtet, löst selbst hartnäckige Verstopfungen mechanisch, schnell und ohne riskante Chemie. Wer zusätzlich die richtige Länge wählt und die Spirale sachgerecht einsetzt, hat die meisten Haushaltsverstopfungen im Griff.

Autor
Thomas M.
Gelernter Installateur mit Schwerpunkt Rohrreinigung. Im Meisterfaktur-Blog teile ich, was ich in der Praxis gelernt habe: wie du Verstopfungen selbst löst, welche Kosten fair sind und woran du unseriöse Anbieter erkennst. Der Fachshop für Spiralen und Rohrpumpen – ehrlicher Rat statt Werbeguide.

