Rohrreinigung mit Bohrmaschine Spirale: Anleitung für Heimwerker
Thomas M.2026-02-196 Min. Lesezeit
Kurz gesagt
Die Rohrreinigung mit Bohrmaschine und Spirale ersetzt das Kurbeln durch elektrischen Antrieb. Du brauchst eine Spirale mit Bohrmaschinenanschluss – entweder Schnellspannfutter, 6-Kant-Mitnehmer oder T-Nut/Vierkant plus Adapter. Die Bohrmaschine muss elektronische Drehzahlregelung haben und darf keine Schlagfunktion nutzen. Immer im Uhrzeigersinn drehen, niedrige Drehzahl wählen (200 bis 400 U/min) und Schutzhandschuhe sowie Schutzbrille tragen – bei harten Verkrustungen kann die Spirale zurückschlagen. Für leichte Verstopfungen im Siphon reicht die Handkurbel; bei tiefer sitzenden oder hartnäckigen Blockaden spart die Bohrmaschine Kraft und Zeit. Der umfassende Überblick steht im Leitfaden Rohrreinigung.

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Angebot ansehenWann lohnt sich die Bohrmaschine?
Die Handkurbel reicht für viele Verstopfungen aus – besonders wenn die Blockade im Siphon oder in den ersten Metern der Leitung sitzt. Du kurbelst im Uhrzeigersinn, die Spirale arbeitet sich vor, und nach wenigen Minuten ist der Abfluss frei. Bei tiefer sitzenden Verstopfungen oder verkrusteten Pfropfen aus Fett, Kalk oder Urinstein wird das Kurbeln jedoch anstrengend. Die Bohrmaschine übernimmt die Rotation und liefert gleichmäßige Drehung ohne Kraftaufwand. Du musst nur den Vorschub steuern – entweder manuell, indem du die Spirale nachschiebst, oder mit automatischem Vorschub, falls deine Spirale diese Funktion hat.
Der Nachteil: Du brauchst Strom oder Akku, einen Adapter, wenn deine Spirale T-Nut oder Vierkant hat, und du musst die Sicherheitsregeln beachten. Bei harten Verkrustungen kann die Spirale zurückschlagen – deshalb sind Schutzhandschuhe und Schutzbrille Pflicht. Im Vergleich zur Handkurbel ist die Bohrmaschine lauter und etwas umständlicher in der Vorbereitung. Für den gelegentlichen Einsatz bei leichten Verstopfungen lohnt sich der Aufwand oft nicht. Wer jedoch regelmäßig mit hartnäckigen Blockaden zu kämpfen hat oder mehrere Meter tief ins Rohr muss, spart mit der Bohrmaschine deutlich Zeit und Mühe. Die allgemeine Anleitung zur Rohrreinigung mit Spirale erklärt die Grundtechnik – hier geht es speziell um den Bohrmaschinenantrieb.
Was du brauchst: Spirale, Adapter, Bohrmaschine
Für die Rohrreinigung mit Bohrmaschine und Spirale brauchst du drei Dinge: eine geeignete Spirale, gegebenenfalls einen Adapter und eine Bohrmaschine mit den richtigen Eigenschaften. Die Spirale muss für den elektrischen Antrieb ausgelegt sein. Es gibt Modelle mit direktem Schnellspannfutter – sie passen ohne Adapter in die Bohrmaschine. Andere haben eine T-Nut- oder Vierkant-Kupplung am Ende; dafür brauchst du einen Bohrmaschinenadapter. Der Adapter hat an einem Ende die passende Aufnahme für die Spirale (T-Nut 16 mm oder 22 mm, Vierkant) und am anderen Ende einen Sechskant von meist 8 mm, der ins Bohrfutter gespannt wird. Die Kupplungssysteme T-Nut, Vierkant und Gewinde erklären die Unterschiede und welche Adapter zu welchen Spiralen passen.
Die Bohrmaschine sollte elektronische Drehzahlregelung haben. Du brauchst niedrige Drehzahlen – etwa 200 bis 400 U/min – und die Möglichkeit, die Geschwindigkeit stufenlos zu regulieren. Ein Akkuschrauber oder eine Kabel-Bohrmaschine eignen sich; Schlagbohrer und Bohrhammer sind ungeeignet. Die Schlagfunktion kann Rohre und Spirale beschädigen und ist bei der Rohrreinigung kontraproduktiv. Stelle die Maschine explizit auf reinen Drehbetrieb um. Die Wahl der richtigen Spirale hängt vom Abflussort ab: 6 Millimeter Durchmesser für Siphon und enge Bögen, 9 Millimeter für tiefere Rohre. Die richtige Wahl des Durchmessers und die passende Länge entscheiden mit über den Erfolg.
Vorbereitung
Bevor du die Bohrmaschine anschließt, solltest du ein paar Dinge erledigen. Erstens: Schutzhandschuhe und Schutzbrille anlegen. Bei der Rohrreinigung mit Bohrmaschine besteht die Gefahr, dass die Spirale bei hartnäckigen Verkrustungen zurückschlägt. Ein rotierendes Metallkabel kann Finger verletzen – in dokumentierten Fällen sind schwere Verletzungen vorgekommen. Die Schutzausrüstung ist keine Option, sondern Pflicht. Zweitens: Die Kurbel entfernen, falls deine Spirale eine hat. Bei Bohrmaschinenantrieb würde sie sich mitdrehen und stellt eine Verletzungsgefahr dar. Viele Modelle haben eine abnehmbare Kurbel – nimm sie ab, bevor du die Bohrmaschine anschließt.
Drittens: Den Siphon demontieren, wenn möglich. Die Spirale kann sich in den U-förmigen Rohrbögen verkanten – besonders bei Waschbecken und Küchenspüle. Nach dem Abmontieren führst du die Spirale direkt ins verstopfte Rohr ein und umgehst die Engstelle. Stelle einen Eimer unter den Siphon, um auslaufendes Wasser aufzufangen. Bei Flachsiphons in der Dusche ist das oft nicht möglich – dort führst du die Spirale über das Abgangsrohr ein. Viertens: Die Bohrmaschine auf niedrige Drehzahl einstellen. Beginne mit 200 bis 400 U/min; du kannst bei Bedarf vorsichtig erhöhen. Prüfe, dass die Schlagfunktion ausgeschaltet ist. Die Vorbereitung für die Rohrreinigung mit Spirale gilt auch für den Bohrmaschinenantrieb – mit den genannten Zusatzschritten.
Schritt-für-Schritt: Spirale mit Bohrmaschine anwenden
Die Technik gleicht der manuellen Anwendung – mit dem Unterschied, dass die Bohrmaschine die Rotation übernimmt. Die wichtigste Regel bleibt: Immer im Uhrzeigersinn drehen, sowohl beim Einführen als auch beim Herausziehen. Die Spirale ist als Feder aufgewunden; gegen den Uhrzeigersinn lockert sich die Wicklung, die Spitze verkantet. Beim Herausziehen die Rotation unbedingt beibehalten – sonst kann sich das Kabel verhaken und knicken.
Schritt 1: Spirale einspannen
Spanne den Adapter ins Bohrfutter – der Sechskant muss fest sitzen. Stecke die Spirale in die Kupplung oder den Adapter und prüfe, dass die Verbindung sicher ist. Bei T-Nut oder Vierkant rastet der Federstift ein – du hörst oder spürst ein Klicken. Ziehe kurz an der Spirale, um die Verbindung zu prüfen.
Schritt 2: Spirale einführen
Führe die Spitze langsam von Hand in den Abfluss ein, bis du leichten Widerstand spürst. Drücke nicht mit Gewalt – die Spirale soll sich selbst durch das Rohr arbeiten. Bei einem Abflusssieb kannst du es entfernen oder die dünne 6-Millimeter-Spirale durch die Sieblöcher führen.
Schritt 3: Bohrmaschine starten
Schalte die Bohrmaschine ein und drehe im Uhrzeigersinn. Halte niedrige Drehzahl bei. Die Spirale arbeitet sich in den Pfropf oder wickelt Haare ein. Übe nur geringen Vorschubdruck aus – die Rotation erledigt die Arbeit. Wenn deine Spirale einen automatischen Vorschub hat, aktiviere ihn nach dem Einführen.
Schritt 4: Blockade überwinden
Spürst du starken Widerstand, wechsle rhythmisch zwischen Drücken und Ziehen. Die Spirale bohrt sich in den Pfropf oder hakt Haare ein. Weiterdrehen im Uhrzeigersinn, bis die Blockade durchbrochen ist oder du sie herausziehen kannst. Bei harten Verkrustungen kann es zu einem Rückimpuls kommen – halte die Bohrmaschine fest und reduziere die Drehzahl.
Schritt 5: Herausziehen
Ziehe die Spirale langsam zurück – mit laufender Rotation. Das ist entscheidend: Ohne Drehung kann sich das Kabel verhaken und knicken. Die Blockade kommt mit heraus oder wurde in kleinere Teile zerlegt, die du mit heißem Wasser weggespülst. Halte 20 bis 30 Zentimeter Abstand zur Rohröffnung und stehe stabil.
Schritt 6: Nachspülen
Ein Liter kochendes Wasser entfernt letzte Reste und spült den Ablauf frei. Prüfe, ob das Wasser wieder normal abfließt. Bei Bedarf den Vorgang wiederholen – hartnäckige Verstopfungen erfordern oft mehrere Durchgänge.
Häufiger Fehler: Die Spirale ohne Rotation herausziehen. Das Kabel kann sich verhaken und knicken – im schlimmsten Fall bricht es ab oder bleibt im Rohr stecken. Die Bohrmaschine muss laufen, bis die Spirale vollständig aus dem Rohr ist.
Fehler, die du vermeiden solltest
Sechs Fehler führen bei der Rohrreinigung mit Bohrmaschine und Spirale besonders oft zu Schäden oder Verletzungen – und alle lassen sich vermeiden. Erstens: Die Schlagbohrfunktion nutzen. Nur reiner Drehbetrieb. Die Schlagfunktion kann Rohre beschädigen, Siphons verbiegen und die Spirale überlasten. Stelle die Bohrmaschine explizit auf Drehen um. Zweitens: Zu hohe Drehzahl. Beginne mit 200 bis 400 U/min. Zu hohe Umdrehungen erhöhen das Risiko eines Rückimpulses – die Spirale kann zurückschlagen und Finger verletzen. Drittens: Die Kurbel nicht entfernen. Bei Bohrmaschinenantrieb muss die Kurbel ab. Sie würde sich mitdrehen und stellt eine Verletzungsgefahr dar. Viertens: Gegen den Uhrzeigersinn drehen oder ohne Rotation herausziehen. Die Spirale lockert sich, verkantet oder knickt. Immer Uhrzeigersinn, auch beim Herausziehen. Fünftens: Mit Gewalt durchdrücken. Dünnwandige Siphons können knicken oder platzen. Die Spirale arbeitet durch Rotation – sie braucht keinen hohen Anpressdruck. Sechstens: Keine Schutzausrüstung. Schutzhandschuhe und Schutzbrille sind Pflicht. Bei harten Verkrustungen kann die Spirale zurückschlagen – die Augen sind besonders gefährdet. Wer diese sechs Punkte beachtet, arbeitet sicher und effektiv. Die häufigen Fehler bei der Rohrreinigung und wie du sie vermeidest, erklären wir in einem eigenen Artikel – inklusive der Besonderheiten beim Bohrmaschinenantrieb.
Bohrmaschine vs. Handkurbel – wann was?
Die Handkurbel reicht für viele Fälle aus. Bei leichten Verstopfungen im Siphon – Haare, Seifenreste, wenig Fett – kurbelst du ein paar Minuten, und der Abfluss ist frei. Die Handkurbel ist leise, braucht keinen Strom, keinen Adapter und ist sofort einsatzbereit. Sie kostet zwischen 10 und 20 Euro und ist in jedem Baumarkt erhältlich. Für den gelegentlichen Einsatz bei typischen Haushaltsverstopfungen ist sie oft die pragmatischere Wahl.
Die Bohrmaschine lohnt sich, wenn die Blockade tiefer sitzt oder hartnäckiger ist. Verkrustete Fettpfropfe in der Küche, tief sitzende Haarknäuel im Bad oder Ablagerungen in mehreren Metern Tiefe – hier spart die Bohrmaschine Kraft und Zeit. Du musst nicht kurbeln, die Rotation ist gleichmäßig, und du kannst dich auf den Vorschub konzentrieren. Der Nachteil: Du brauchst Adapter, Strom oder Akku, und die Sicherheitsregeln sind strenger. Für Heimwerker, die bereits eine Bohrmaschine und eine Spirale mit Bohrmaschinenanschluss haben, ist der Aufwand gering. Wer beides neu kaufen müsste, sollte abwägen: Bei seltenen Verstopfungen reicht die Handkurbel; bei wiederkehrenden Problemen oder mehreren betroffenen Abflüssen kann die Bohrmaschine die bessere Investition sein. Der Vergleich DIY oder Profi hilft dir, die richtige Methode für deine Situation zu wählen.

Autor
Thomas M.
Gelernter Installateur mit Schwerpunkt Rohrreinigung. Im Meisterfaktur-Blog teile ich, was ich in der Praxis gelernt habe: wie du Verstopfungen selbst löst, welche Kosten fair sind und woran du unseriöse Anbieter erkennst. Der Fachshop für Spiralen und Rohrpumpen – ehrlicher Rat statt Werbeguide.
Häufige Fragen
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