Meisterfaktur

Rohrreinigungsgerät oder Rohrreinigungsspirale – was ist die bessere Wahl?

Thomas M.2026-02-156 Min. Lesezeit
Rohrreinigungsgerät mit Trommelmagazin und Rohrreinigungsspirale im Vergleich

Kurz gesagt

Die blanke Rohrreinigungsspirale ist flexibel und günstig – sie liegt während der Arbeit auf dem Boden, wird Abschnitt für Abschnitt ins Rohr geschoben und mit der Handkurbel gedreht. Für kurze Strecken und nahe Verstopfungen funktioniert das gut. Das Rohrreinigungsgerät mit Trommelmagazin nimmt die Spirale auf, ermöglicht exakte Kabellänge und gezielten Druck, hält schmutzige Windungen von Fliesen und Möbeln fern und bietet einen ergonomischeren Hebel. Die Trommel lohnt sich, wenn der Pfropf tiefer sitzt, du mehr Kraft brauchst oder Wert auf saubere Handhabung legst. Für den gelegentlichen Einsatz im Siphon reicht oft die Handspirale; für tiefer sitzende oder wiederkehrende Verstopfungen gewinnt das Gerät. Wer zwischen Handspirale und elektrischer Maschine schwankt, findet im Vergleich Rohrreinigungsspirale oder Rohrreinigungsmaschine die Orientierung.

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Rohrreinigungsspirale – flexibel, aber nicht immer komfortabel

Eine lose Rohrreinigungsspirale besteht aus einer gewickelten Feder mit Handkurbel. Technisch handelt es sich um eine biegsame Welle, die Drehmoment wie eine Gelenkwelle überträgt – der Begriff Spirale ist im Sprachgebrauch üblich, auch wenn es sich genau genommen um eine wendelförmige Metallwelle handelt. Sie liegt während der Arbeit vollständig auf dem Badezimmerboden, wird Abschnitt für Abschnitt ins Rohr geschoben und dreht sich direkt in der Hand des Anwenders.

Für kurze Strecken und Verstopfungen im Siphon oder den ersten Rohrmetern funktioniert das zuverlässig. Die Handspirale ist günstig (ab etwa 15 Euro), schnell einsatzbereit und erfordert kein zusätzliches Zubehör. Das Umweltbundesamt empfiehlt mechanische Hilfsmittel wie Spiralen oder Saugglocken ausdrücklich gegenüber chemischen Abflussreinigern – sie schonen Rohre, Dichtungen und Gewässer. Wer mechanisch statt mit Chemie reinigt, vermeidet ätzende Laugen und Säuren.

Allerdings hat die blanke Spirale handfeste Nachteile. Jede zusätzliche Windung, die im Raum liegt, erhöht das Risiko von Überwürfen – die Spirale kann sich verdrehen, verkanten oder an Möbeln hängen bleiben. Schmutzige, feuchte Windungen liegen auf Fliesen, Parkett oder Teppich und können Kratzer, Rostflecken oder Schmutzspritzer verursachen. Je länger die Spirale wird, desto unhandlicher wird sie: Die hinteren Windungen weichen aus, wenn du Druck ausübst, und der Hebel der Mini-Kurbel ist begrenzt. In der Praxis merken viele Anwender spätestens bei Verstopfungen, die zwei oder drei Meter tief sitzen, dass die lose Spirale an ihre Grenzen stößt.

Aufbau eines Rohrreinigungsgeräts

Ein Rohrreinigungsgerät mit Trommelmagazin löst genau diese Probleme. Das Magazin in Trommelform nimmt die Spirale über ihre gesamte Kabellänge auf – typisch sind 4,5 bis 10 Meter je nach Modell. An der Vorderseite ragt die Spiralspitze mit Bohr- oder Greifkopf wenige Zentimeter heraus. Du ziehst nur so viel Spirale heraus, wie du für die Verstopfung brauchst.

Die Klemmung fixiert die Spirale exakt auf der benötigten Länge. Es gibt verschiedene Systeme: Ein Bohrfutter wie bei einer Bohrmaschine, eine Rändelschraube oder eine Flügelschraube. Du spannst die Spirale ein, sodass sie nicht rutscht, und kannst dann gezielt Druck ausüben. Der Antrieb sitzt seitlich am Magazin – entweder eine Handkurbel oder ein Sechskant-Anschluss für eine drehzahlgeregelte Bohrmaschine beziehungsweise einen Akkuschrauber. Der Durchmesser der Spirale muss zum Rohr passen. Für typische Haushaltsrohre mit 50 Millimetern Innendurchmesser eignen sich 6 oder 9 Millimeter. Wie du den passenden Durchmesser einer Rohrreinigungsspirale bestimmst, erklärt der verlinkte Artikel. Die richtige Länge hängt vom konkreten Rohrweg ab – Küche und Bad brauchen oft 3 bis 5 Meter, das WC 5 bis 7 Meter und mehr.

Vorteile gegenüber der blanken Spirale

Der erste Vorteil ist die exakte Kabellänge. Du ziehst nur so viel Spirale heraus, wie der Abstand bis zur Verstopfung beträgt. Kein Meter liegt unkontrolliert im Bad. Das reduziert Überwürfe, Verkantungen und das Risiko, dass sich die Spirale an Möbeln oder Abzweigen verhakt.

Zweitens: mehr Vorschubkraft. Das eingespannte Kabel lässt sich gezielt nach vorne drücken, ohne dass die hinteren Windungen ausweichen. Bei der losen Spirale federn die Windungen auf dem Boden nach – der Druck kommt nicht voll am Pfropf an. In der Trommel liegt die Spirale straff, und du kannst den vollen Druck auf die Verstopfung übertragen.

Drittens: Sauberkeit und Schleifschutz. Die Trommel hält schmutzige Windungen von Fliesen, Parkett und Möbeln fern. Kratzer durch Metall auf Chrom oder Keramik entfallen, Rostflecken auf dem Boden ebenfalls. Viertens: ein ergonomischerer Hebel. Die versetzte Kurbel am Magazin wirkt wie eine kleine Getriebeverlängerung. Du erzeugst spürbar mehr Drehmoment als mit der Mini-Kurbel einer Handspirale.

Grenzen des Rohrreinigungsgeräts

Ein Rohrreinigungsgerät ist kein automatischer Vorschubroboter. Wie bei einer Bohrmaschine musst du den Druck in das Rohr selbst ausüben, während das Gerät dreht. Die Spirale bohrt nicht von alleine vor – sie überträgt nur deine Drehbewegung. Das ist bei den meisten Heimwerker-Modellen so und erfordert etwas Übung.

Auto-Feed: die Premium-Option

Einige Premium-Rohrreinigungsgeräte bieten eine Auto-Feed-Funktion. Der automatische Vorschub ist bei Heimwerker-Modellen noch die Ausnahme, doch er schiebt die Spirale selbstständig voran und befreit das Rohr dadurch deutlich schneller und komfortabler. Geräte wie HandMatic, RODRUM von Rothenberger oder die Wöhler RM 400 gehören in diese Kategorie – sie liegen preislich im Profi-Segment ab etwa 690 Euro. Für den gelegentlichen Haushaltseinsatz reicht ein Standard-Trommelgerät mit Handkurbel oder Bohrmaschinenanschluss in der Regel aus.

Wann reicht die blanke Spirale, wann lohnt die Trommel?

Die Entscheidung hängt von vier Faktoren ab: Wo sitzt die Verstopfung? Wie oft tritt sie auf? Wie viel Budget und Lagerplatz hast du?

Sitzt die Verstopfung im Siphon oder in den ersten ein bis zwei Metern – typisch bei Haaren in der Dusche oder leichten Fettablagerungen in der Küche – reicht die blanke Handspirale. Sie ist günstig, schnell zur Hand und für den gelegentlichen Einsatz völlig ausreichend. Sitzt der Pfropf tiefer – drei Meter und mehr – oder brauchst du spürbar mehr Kraft, gewinnt das Rohrreinigungsgerät.

Budget und Lagerplatz spielen mit. Eine Handspirale kostet ab etwa 15 Euro, ein Trommelgerät 65 bis 210 Euro. Die Trommel braucht zwar Stellplatz, ist aber kompakter als eine lose Spirale. Ein professioneller Rohrreinigungseinsatz kostet typisch 100 bis 300 Euro – wer zwei oder drei Verstopfungen pro Jahr selbst löst, hat die Investition in ein Trommelgerät oft nach wenigen Jahren wieder drin. Die Kaufberatung Rohrreinigungsspirale hilft bei der konkreten Modellauswahl.

Pflege und Lagerung

Nach getaner Arbeit kurbelst du die Spirale einfach zurück ins Magazin. Restwasser kann über Lüftungsschlitze verdunsten – die Trommel trocknet von selbst. Ein Sprühstoß Rostschutz bewahrt den Federdraht vor Korrosion und verlängert die Lebensdauer. Die Trommel lässt sich am Handgriff aufhängen oder kompakt im Regal verstauen.

Bei der losen Handspirale musst du sie nach dem Einsatz manuell aufwickeln, trocken lagern und vor Rost schützen. Feuchte Lagerung unter Planen oder in geschlossenen Räumen ohne Belüftung fördert Weißrost. Wer seine Spirale lange nutzen will, sollte sie nach jedem Einsatz mit Wasser abspülen, trocknen lassen und gelegentlich mit Rostschutz behandeln. Mehr zur Pflege und Wartung von Rohrreinigungsspiralen im verlinkten Artikel.

Thomas M.

Autor

Thomas M.

Gelernter Installateur mit Schwerpunkt Rohrreinigung. Im Meisterfaktur-Blog teile ich, was ich in der Praxis gelernt habe: wie du Verstopfungen selbst löst, welche Kosten fair sind und woran du unseriöse Anbieter erkennst. Der Fachshop für Spiralen und Rohrpumpen – ehrlicher Rat statt Werbeguide.

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